Winterhalter Garten- und Landschaftsbau

Gartenplanung mit VR-Brille macht die Kunden zufriedener und minimiert Fehlerquellen

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Es sind nicht einmal zehn Mitarbeiter, die Gregor Winterhalter in seinem Fachbetrieb für Garten- und Landschaftsbau in Schöppingen beschäftigt. Es sind auch nicht alle Arbeitsbereiche vollkommen digitalisiert – und doch nutzen Winterhalter und seine Mitarbeiter die Möglichkeiten der Digitalisierung so konsequent und umfangreich wie nur wenige andere Betriebe dieser Größe. Gründe dafür hat Gregor Winterhalter gleich mehrere: „Wir haben den Ansporn, vorne dabei zu sein, und das Interesse, neue Techniken auszuprobieren. Unser Team ist jung, aber vor allem offen für Neues. Es geht mit Spaß an die Sachen daran. Unser Ziel ist es, Fehlerquellen zu minimieren und die Kunden zufriedener zu machen – und das schaffen wir mit Hilfe der Digitalisierung.“

 

 „Wir sprechen die gleiche Sprache – das ist ein unglaublicher Vorteil“

 

Schon seit 2011 nutzt Winterhalter 3D-Modelle für die Gartenplanung. Mitte 2017 hat er den Bereich noch einmal ausgebaut und speziell dafür einen Mitarbeiter eingestellt: Thomas Lösing, staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt mit einem Faible für Technik. Lösing ist nun derjenige, der Kunden, die aufwändigere Aufträge haben oder ihren Garten komplett neu planen, die Virtual-Reality (VR)-Brille aufsetzt. Gemeinsam laufen sie so durch den virtuellen, neuen Garten. „Der Kunde sieht, was wir bei der Gestaltung sehen. Wir sprechen die gleiche Sprache – das ist ein unglaublicher Vorteil“, erklärt Lösing – und ein weitreichender.

 

Der virtuelle Gang durch den neuen Garten hilft den Kunden dabei, eine viel genauere Vorstellung von der Anlage zu bekommen, ihre Gedanken zu sortieren und gegebenenfalls noch Veränderungswünsche zu äußern – bevor ein Loch im Garten gebaggert ist. Gleichzeitig haben die Mitarbeiter von Gregor Winterhalter einen viel genaueren Plan, wie der Garten angelegt werden soll und können Fehlerquellen minimieren.

 

Bessere Übersicht und Fokussierung dank 3D-Ansicht

 

„Trotzdem bleibt die Baustelle ein kreativer Prozess. Wie und wo genau zum Beispiel Stufen oder Pflasterverbände angelegt werden, entscheiden die Mitarbeiter weiter vor Ort“, so Winterhalter. „Der Vorteil einer 3D-Ansicht des Gartens ist nicht Detailversessenheit, sondern ein besserer Überblick und eine Fokussierung auf Punkte, die den Kunden wichtig sind. Wir erreichen ihn auf der Gefühlsebene – und die muss am Ende stimmen, damit der Kunde zufrieden ist“, erklärt Thomas Lösing. Und zufriedener sind die Kunden, die die 3D-Planung nutzen, so die kontinuierliche Erfahrung.

 

Ganz praktisch bedeutet eine 3D-Gartenplanung, dass Thomas Lösing zunächst den Garten mit einer Drohne abfliegt, um die Sicht von oben zu bekommen. Gemeinsam mit den Kunden besprechen er und seine Kollegen die Wünsche zur Gestaltung und zum Material. Dann geht es an den Vorentwurf für den sich Gregor Winterhaltern und seine Mitarbeiter gegebenenfalls mit dem Kunden noch andere Gärten anschauen. Das Programm mit dem Lösing schließlich den 3D-Entwurf und den interaktiven Rundgang für die VR-Brille anfertigt, ist speziell auf die Branche zugeschnitten und enthält zum Beispiel eine ganze Bibliothek an Pflanzen.

 

Kooperation mit Sekundarschule Horstmar-Schöppingen

 

Dass 3D-Gartenplanung nicht nur viele Vorteile für Kunden und die eigenen Arbeitsabläufe bringt, sondern mit vergleichsweise einfach zu bedienenden Programmen umgesetzt werden kann, zeigt eine Kooperation des Betriebs mit dem Informatikkurs der zehnten Klasse der Sekundarschule Horstmar-Schöppingen. Seit Beginn des Schuljahres 2018/2019 arbeiten die Schüler in drei Gruppen daran, 3D-Modelle von drei Gärten mit den Planunterlagen in die 3D-Modelling-Software SketchUp zu übertragen.

 

Einzelne Objekte wie Stühle, Hochbeete oder Bäume können sie frei platzieren, sofern sie zur Grundplanung passen. Ist alles fertig, übertragen sie das Modell in das Slice-Programm des schuleigenen 3D-Druckers – und drucken es aus. „Die Schüler müssen nicht nur die Bedienung der Programme lernen, sondern viele Dinge beachten und bedenken: Was ist ein Maßstab? Wie entnehme ich ihn und rechne ihn um? Welchen Maßstab wähle ich überhaupt passend zur Gartengröße? Wie detailreich bilde ich den Garten ab? Kann ich eine Kugel als Baum nehmen? Denn eine Kugel besteht ja auch nur aus einer Menge Ecken, die der 3D-Drucker im Zweifelsfall auch als Ecken druckt“, erklärt Lösing.

 

Hochbeete hochziehen, Bäume versetzen, Stühle aufstellen – alles digital

 

Entsprechend still ist es im Klassenraum vor den Computern. Die Jugendlichen arbeiten konzentriert, ziehen Hochbeete hoch, versetzen Bäume und Sitzgruppen und diskutieren gemeinsam über die bestmögliche Gestaltung. Zusätzlich schreiben sie einen Projektbericht und erstellen eine Präsentation zu ihrer Arbeit, die sie dann ihren Mitschülern vortragen. „Es ist sehr spannend, weil es etwas neues ist und wir nicht mit den Programmen arbeiten, die wir schon kennen“, sagt Schüler Moritz Pfeiffer.

 

Für den Betrieb ist diese Kooperation eine großartige Möglichkeit, das Interesse am Beruf des Garten- und Landschaftsbauers zu wecken und zu zeigen, wie vielfältig die Arbeitsmöglichkeiten sind. „Auch wenn ein Garten- und Landschaftsbauer natürlich nicht den ganzen Tag mit einer Drohne über einen Garten fliegt, sondern die Planung auch ganz handfest umsetzt“, so Winterhalter.

 

3D-Brille spart Arbeit

 

Regen Austausch in der 3D-Gartenplanung pflegen Winterhalter und seine Mitarbeiter aber nicht nur mit der Sekundarschule, sondern auch in einem deutschlandweiten Netzwerk von Unternehmen, die ihren Kunden ähnliche Angebote machen. „In Berlin wird die 3D-Gartenplanung zum Beispiel sehr häufig für Dachterrassen eingesetzt, weil es da noch mehr auf die Details ankommt.“ Eine Empfehlung, die Thomas Lösing gerne für Einsteiger gibt: „Es macht von Anfang an Sinn, den Kunden die dreidimensionale Planung über die VR-Brille zu zeigen. Nutzt man die Brille nicht, muss man aus der Planung erst noch einen Film machen. Diesen Aufwand spart man sich durch die Brille und erzielt einen viel besseren Effekt. Ein Film ist ja im Prinzip auch nur eine Präsentation. Erst durch die Brille kann ich wirklich mit den Kunden in den Dialog treten.“

 

Den nächsten Schritt für das Schöppinger Garten- und Landschaftsbauunternehmen hat Lösing auch schon vor Augen: Augmented Reality. „Sie ermöglicht es uns, die Planung virtuell direkt im Garten des Kunden zu präsentieren, also quasi live vor Ort. Dafür schauen wir uns bereits nach geeigneter Technik um“, so Lösing.

 

www.winterhalter.nrw/gartenplanung

 

Text und Fotos: Sabrina Becker | Grafiken: Winterhalter Garten- und Landschaftsbau