Resing GmbH & Co. KG Lackier- und Karosserie-Zentrum

Wer Azubis mit besonderen Lebensläufen eine Chance gibt, hat keinen Bewerbermangel

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Ohne Werbung für seine Ausbildungsplatzangebote zu machen, trotzdem ausreichend Initiativbewerbungen erhalten? Das ist unmöglich? Nicht ganz. Denn es kommt auf die Herangehensweise an. „Jeder, der arbeiten möchte, ist bei uns willkommen“, sagt Christopher Schwietzke, Junior-Geschäftsführer des Lackier- und Karosserie-Zentrum Resing in Coesfeld. „Wir geben jedem eine Chance, egal ob schlechte Schulnoten, Flüchtling, wohnungslos oder unruhiger Lebenslauf. Es ist wichtiger, dass die Bewerberin oder der Bewerber motiviert ist, Lust auf den Job hat und etwas handwerkliches Geschick mitbringt.“

 

Immer wieder gute Erfahrungen gemacht

 

Dank dieser Haltung hat Schwietzke bereits einen iranischen Flüchtling als Fahrzeuglackierer-Azubi eingestellt, der mittlerweile seine Ausbildung beendet hat und als Geselle übernommen wurde. Ein weiterer Azubi hat einen sehr problematischen Familienhintergrund und lebt in einer betreuten Jugendeinrichtung. Anfang 2022 vermittelte die Jugendhilfeeinrichtung GleisB zudem einen 18-Jährigen als Helfer für das Lack-Lager. „Da er sich in kürzester Zeit so gut in die Bereiche Farbmischung, Bestellung, Lagerwesen eingearbeitet hat, kann er 2023 eine Ausbildung bei uns beginnen. Für dieses Jahr waren die beiden Ausbildungsplätze leider belegt“, erklärt Schwietzke. 

 

Bereits seit 2021 ist Cedric in der Ausbildung beim Coesfelder Lackier- und Karosserie-Zentrum. Sein Weg dorthin war lang. Nach seinem Realschulabschluss 2018 fällt ihm die Berufswahl schwer. Vieles kann er sich vorstellen, sich aber doch für nichts entscheiden. Über die Agentur für Arbeit nimmt er ab Sommer 2019 an zwei berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BVB) teil, bei der er verschiedene Berufe kennenlernen und ausprobieren kann. Doch keine der Maßnahmen entspricht seinen  Neigungen und Interessen.

 

Einstiegsqualifizierung als rettender Anker

 

Über die persönlichen Kontakte seines Vaters bewirbt sich Cedric schließlich im Februar 2021 beim Lackier- und Karosserie-Zentrum Resing. Nach Rücksprache mit der Agentur für Arbeit bietet Christopher Schwietzke ihm an, eine Einstiegsqualifizierung (EQ) zu machen, um feststellen, ob die die Ausbildung etwas für ihn ist, er zum Unternehmen passt und ihm bereits erste Kenntnisse zu vermitteln. „Die Einstiegsqualifizierung dauert mindestens sechs Monate und hat das Ziel, dass im Anschluss daran die Ausbildung startet“, erklärt Schwietzke.

 

Es gelang. Seit dem 1. August 2021 absolviert Cedric die Ausbildung zum Fahrzeuglackierer bei Resing. „Die Einstiegsqualifizierung war perfekt für mich. Durch sie konnte ich aus der Orientierungs- und Motivationslosigkeit herausfinden. Die Ausbildung macht mir Spaß und ich sehe endlich eine gute berufliche Zukunft für mich“, sagt Cedric. Das Team habe ihn gut aufgenommen, der Zusammenhalt sei groß. „Die Kollegen geben mir sogar freiwillig Nachhilfe bei der anspruchsvollen Oberflächengestaltung.“

 

Einfach Antragstellung plus Unterstützung durch die Agentur für Arbeit

 

Auch für Christopher Schwietzke war die Einstiegsqualifizierung die passende Lösung: „Wir hatten die Gelegenheit uns kennen zu lernen und zu sehen, ob es passt. Die notwendigen Antragstellungen waren sehr niedrigschwellig und einfach.“ Während der Einstiegsqualifizierung zahlt die Agentur für Arbeit einen Zuschuss von 247 Euro pro Monat zur Praktikumsvergütung sowie 124 Euro Anteil für die Sozialversicherung an den Arbeitgeber, der diesen Betrag freiwillig aufstockte. Zudem übernimmt die Agentur für Arbeit die Fahrtkosten.

 

https://www.r-resing.de/

 

Text: Sabrina Becker

Bildzeile: Cedric hat dank des Engagements des Lackier- und Karosserie-Zentrums Resing endlich seinen Weg gefunden. Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, Azubis mit besonderen Hintergründen zu unterstützen. Foto: Lackier- und Karosserie-Zentrum Resing