Heitkamp & Hülscher GmbH & Co. KG

Mitarbeiterbeteiligung am Firmenvermögen wirkt sich positiv auf das Arbeitsklima aus

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Wie schafft es ein Unternehmen, seine Mitarbeiter über viele Jahre zu binden, dauerhaft zu überdurchschnittlichen Höchstleistungen zu motivieren, betriebliche Ausgaben zu minimieren, dafür aber den Gewinn zu steigern? Die Antwort darauf kann wohl am besten das Stadtlohner Bauunternehmen Heitkamp & Hülscher geben, das mit einem besonders mitarbeiterorientierten Konzept 2014 zum „Bauunternehmen des Jahres" ausgezeichnet wurde.

 

Erster Schritt: Gewinnbeteiligung als betriebliche Altersvorsorge 

 

Das münsterländische Familienunternehmen Heitkamp & Hülscher wurde 1958 als Kultur- und Dränageunternehmen von Hubert Hülscher und seinem Stiefvater Josef Heitkamp gegründet. Heute zählt die Firma, die sich auf Tief-, Kanal- und Straßenbau spezialisiert hat, 95 Mitarbeiter. Ende der 1990er-Jahre begann ein Prozess, die Mitarbeiter über eine betriebliche Altersvorsorge am Gewinn zu beteiligen. So konnten sie ihre Gewinnbeteiligung in die Altersvorsorge einbringen und somit Steuern sparen.

 

Dies sei aber noch nicht die optimale Lösung gewesen, zumal die Altersvorsorge für die Mitarbeiter noch lange nicht greifbar war. Es musste demnach ein anderes Modell der Mitarbeiterbeteiligung her. „Wenn mir etwas gehört, gehe ich besonders pfleglich damit um“, dachte sich Erwin Hülscher, Geschäftsführer des Bauunternehmens Heitkamp & Hülscher, und gründete im Jahr 2006 schließlich die H&H Team GmbH & Co. KG. Seitdem hat sich vieles im Unternehmen positiv verändert.

 

Wer mindestens drei Jahre im Betrieb ist, kann sich am Unternehmen beteiligen

 

Durch die Gründung der H&H Team GmbH & Co. KG sind die Mitarbeiter nun zu 50 Prozent am gesamten maschinellen Anlagevermögen der Firma beteiligt, also an allen Baumaschinen und Geräten. Ab einer Betriebszugehörigkeit von drei Jahren in der operativen Gesellschaft besteht für jeden Mitarbeiter die Möglichkeit, Gesellschafter in dem Beteiligungsunternehmen zu werden. „Damit jeder einsteigen kann, gewähren wir ein Darlehen über 2.500 Euro für das Einlagekapital – zins- und in den ersten fünf Jahren tilgungsfrei“, erklärt Hülscher und ergänzt: „Die erwirtschafteten Gewinne verbleiben zur Hälfte im Unternehmen und werden zur anderen Hälfte an alle Gesellschafter, also die beteiligten Mitarbeiter, ausgezahlt.“ Die Gewinnanteile belaufen sich jährlich immerhin auf einen vierstelligen Betrag pro Mitarbeiter. Alle, die sich freiwillig daran beteiligen können, tun dies auch – die Beteiligungsquote liegt bei 100 Prozent. Das Einlagekapital kann einmalig auf 5.000 Euro erhöht werden und „viele Kollegen haben ihre Kommanditeinlage bereits auf diesen Betrag verdoppelt“.

 

Darüber hinaus erhalten alle Mitarbeiter – losgelöst von dem Kapitalbeteiligungsmodell – seit 2008 jeweils zum Jahresende individuelle Prämien, die sich nach dem Unternehmensergebnis richten. Die Grundlage für dieses Erfolgsbeteiligungsmodell ist eine jährliche 360°-Bewertung. Dazu bekommt jeder Mitarbeiter einen Online-Zugang zu einer eigens hierfür programmierten Software namens „Peratex“, mit der er anhand vorgegebener Anforderungsprofile von zuhause aus sich und andere bewerten kann. Die Anforderungsprofile beschreiben für jede Stelle im Unternehmen die erforderliche Fachkompetenz, Methodenkompetenz, persönliche sowie soziale Kompetenz.

 

Gewinnbeteiligung der Mitarbeiter wie individuell berechnet

 

Mit Hilfe der Software werden alle Bögen ausgewertet und jeder Mitarbeiter erhält so seine individuelle Bewertung. Hinzu kommen Faktoren wie Arbeitszeit, Verantwortlichkeit sowie die jeweilige Stellung im Betrieb. Die Auswertung stellt die Grundlage für die Mitarbeitergespräche am Ende des Jahres dar, in denen ermittelt wird, wie hoch die Beteiligung am Unternehmensgewinn ausfallen wird, wie die individuellen Ziele des Mitarbeiters aussehen und ob gegebenenfalls Schulungsbedarf besteht, um diese Ziele zu erreichen. „Noch nie war jemand unglücklich mit dem Ergebnis oder hat sich beschwert – das Prinzip scheint also gut zu funktionieren und dient letztlich auch dem Zweck der Personalentwicklung", betont Erwin Hülscher zufrieden.

 

Da der Maschinenpark nun quasi auch den Mitarbeitern gehört, gehen sie sichtlich verantwortungsvoller und pfleglicher damit um. „Die Kosten für Reparaturen konnten somit um rund 20 Prozent gesenkt und die Maschinennutzungsdauer deutlich verlängert werden.“ Hinzu kommt laut Hülscher, dass der Krankenstand lediglich die Hälfte des branchenüblichen Durchschnitts beträgt, schließlich seien die Mitarbeiter ja nun selbst zu verantwortungsvollen Unternehmern geworden und kämen gerne zur Arbeit. In den letzten Jahren musste das Unternehmen auch keine Stellenanzeige mehr veröffentlichen – die Fluktuation geht gegen Null. Und sollte dennoch mal ein neuer Mitarbeiter benötigt oder eine neue Stelle geschaffen werden, bediene man sich an den zahlreichen Initiativbewerbungen, die sich auf Erwin Hülschers Schreibtisch türmen. Gute Personalarbeit spricht sich halt schnell rum.

 

www.heitkamp-huelscher.de

 

Text: MOSAIK MANAGEMENT | Foto Heitkamp & Hülscher