Druckhaus Dülmen Betz Vertriebs GmbH

Das Miteinander zählt, nicht die körperliche Einschränkung

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Inklusion würde man es heute nennen. Rainer Betz, Geschäftsführer des Druckhaus Dülmen, suchte vor einigen Jahren ganz einfach einen neuen Mitarbeiter für sein Unternehmen. Er stellte Dirk Kunter ein, der seit seiner Geburt gehörlos ist. Unterstützung fand Betz durch verschiedene Stellen. Er konnte beispielsweise einen Eingliederungszuschuss bei der Agentur für Arbeit beantragen, wenn er die freie Stelle mit einem behinderten Menschen besetzt. Er gab dem Konzept eine Chance und hat es nicht bereut.

 

Durch Zufall von der offene Stelle erfahren

 

Dirk Kunter erfuhr per Zufall, dass im Druckhaus Dülmen eine Stelle frei wird. Er bewarb sich und bekam den Job. Heute kümmert sich der gelernte Mediengestalter um viele Dinge im Unternehmen, so ist der technisch versierte 35-jährige beispielsweise zuständig für die Pflege der unternehmenseigenen Webseite und auch gestalterische Leistungen für Kunden werden von ihm erbracht.

 

Insgesamt 18 Mitarbeiter sind in dem Dülmener Unternehmen beschäftigt, darunter Mediengestalter, Bürokaufleute und Druckermeister. Einen besonders hohen Stellenwert haben Nachhaltigkeit und das menschliche Miteinander für Rainer Betz. So wurde bereits vor einigen Jahren die Stromversorgung des Betriebs auf CO2-neutrale Wasserkraft umgestellt und auch in der Druckproduktion setzt man auf mineralölfreie Druckfarben. „Für uns ist das alles selbstverständlich“, stellt Rainer Betz fest.

 

„In vielen Bereichen funktioniert die Beschäftigung von Menschen mit Einschränkungen gut"

 

Und das gilt aus seiner Sicht auch für die Personalpolitik: Generationenmanagement, Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder eben auch für das Thema Inklusion, also die Eingliederung von benachteiligten Menschen in die Arbeitswelt – für Rainer Betz sind diese vielen Begriffe eher nachrangig, letztendlich geht es ihm in seinem Betrieb einfach um ein gutes Miteinander. Natürlich gebe es Bereiche, die nicht geeignet sind für die Beschäftigung behinderter Menschen, erklärt Betz und fügt hinzu: „Es gibt aber genauso viele Bereiche, in denen es funktioniert. Das sehe ich am Beispiel von Dirk Kunter in unserem Team.“

 

Kommunikation mit Lieferanten erledigt Dirk Kunter über Videotelefonie. Er schildert einem Dolmetscher in Gebärdensprache den Sachverhalt und dieser kommuniziert es weiter. Manchmal kommt auch der Dolmetscher direkt in den Betrieb. „Nicht jede Woche, aber durchaus mehrmals im Monat nehmen wir diesen Dolmetscherservice in Anspruch", erklärt Rainer Betz. Finanziert wird diese Leistung vom LWL-Integrationsamt Westfalen, das die berufliche Eingliederung von schwerbehinderten Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt fördert. Schwerbehinderte Menschen und deren Arbeitgeber können finanzielle Hilfen bekommen, um beispielsweise einen Arbeitsplatz behindertengerecht zu gestalten, um technische Arbeitshilfen anzuschaffen oder auch, um die außergewöhnliche Belastung für ein Unternehmen abzugelten, die durch die Anstellung eines behinderten Menschen entstehen kann.

 

„Förderung in der Anfangszeit ist sinnvoll"

 

„Die Integration von Dirk Kunter wurde in der Anfangszeit gefördert, was einerseits einen Anreiz darstellte, jedoch durchaus auch sinnig ist, zumal ein gewisser Initialaufwand schon bestand", erklärt Betz. Auch die Vermittlung von Fachbegriffen an den Dolmetscher sei anfangs nicht ganz leicht gewesen, zumal sie ja keine Fachleute aus dem Druckgewerbe sind. Dennoch, die Beschäftigung von Dirk Kunter ist für das Druckhaus Dülmen kein Einzelfall. Eine weitere Mitarbeiterin mit einer Sinnesbehinderung, die heute jedoch nicht mehr im Betrieb ist, wurde dort zur Mediengestalterin ausgebildet. Sie war ebenfalls gehörlos. Und nach all diesen positiven Erfahrungen, so Betz, könne er es sich sehr gut vorstellen, weiteren Menschen mit Behinderung in seinem Unternehmen eine Chance zu geben.

 

www.druckhaus-duelmen.de

 

Text: MOSAIK MANAGEMENT | Foto Regionale 2016 Agentur/ Andre Dünnebacke

 

DIE LEISTUNGEN DES LWL-INTEGRATIONSAMTS IM ÜBERBLICK 

 

Angebote für schwerbehinderte Menschen

Folgende finanzielle Leistungen können zusammen mit den örtlichen Trägern des Schwerbehindertenrechts der Städte und Kreise erbracht werden:

• für technische Arbeitshilfen

• zum Erreichen des Arbeitsplatzes

• zur Bereitstellung einer Arbeitsassistenz

• zur beruflichen Fortbildung

• zum behinderungsgerechten Zugang zur Wohnung

• zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit

• Beratung und Unterstützung im Arbeitsleben

 

Angebote an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber

Folgende finanzielle Leistungen können erbracht werden:

• zur Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze

• zur behindertengerechten Einrichtung vorhandener Arbeits-

und Ausbildungsplätze

• zur Abgeltung außergewöhnlicher Belastungen

• Prämien und Zuschüsse zu den Kosten der Berufsausbildung behinderter Jugendlicher und besonders betroffener schwerbehinderter

Menschen

• Beratung und Unterstützung in allen Fragen, die im Zusammenhang mit der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung stehen.

 

Finanzielle Fördermöglichkeiten der Agentur für Arbeit bei Einstellung von schwerbehinderten Menschen

1. Probebeschäftigung

Zur Abklärung der Eignung für einen bestimmten Arbeitsplatz können Arbeitgebern die Kosten für eine befristete Probebeschäftigung von schwerbehinderten und ihnen gleichgestellten Menschen bis zu einer Dauer von drei Monaten erstattet werden.

 

2. Eingliederungszuschuss

Arbeitgeber können einen Eingliederungszuschuss erhalten, wenn sie behinderte und schwerbehinderte Arbeitnehmer einstellen, die wegen in ihrer Person liegenden Gründen nur erschwert vermittelt werden können.

 

3. Ausbildungszuschuss bei Berufsausbildung

Arbeitgeber können für die betriebliche Ausbildung von schwerbehinderten Menschen in staatlich anerkannten Ausbildungsberufen Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung erhalten. Die Förderhöhe beträgt bis zu 80 % der monatlichen Ausbildungsvergütung.

 

Weitere Infos zur Unterstützung der Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen:

www.lwl-integrationsamt.de

www.arbeitsagentur.de

 

www.bmas.de