Agentur für Arbeit Coesfeld


Digital, selbstgesteuert und in optimaler Umgebung lernen

Gesetzesänderungen, neue Fördermöglichkeiten, sich wandelnde Berufsbilder und Beratungsansätze: Bei der Agentur für Arbeit gehören regelmäßige Weiterbildungen und Qualifizierungen der Beschäftigten schon lange zum Arbeitsalltag. Mit dem Beginn der Corona-Krise rückte dieses Thema aber mit besonderer Dringlichkeit in den Mittelpunkt, denn die Anforderungen und Aufgaben innerhalb der Agentur verschoben sich stark. „Viele Mitarbeiter, die beispielsweise bisher in der Berufsberatung tätig waren, mussten sich innerhalb kürzester Zeit in komplett neue Themen wie etwa die Bearbeitung von Kurzarbeitergeld einarbeiten – und zwar mit Hilfe digitaler Lernangebote“, erklärt Johann Meiners, Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld. „Dass uns das auf einem so hohen Niveau und mit so großer Schnelligkeit gelungen ist, haben wir nicht nur der immensen Flexibilität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken, sondern auch unserer Teilnahme an einem NRW-weiten Pilotprojekt zur Umsetzung moderner, vernetzter Lernformen innerhalb der Agentur.“ 

 

Funktionsräume berücksichtigen individuelle Lerntypen

 

Um die Qualität der Beratung zu sichern und das Lernen zu optimieren, hatte die Agentur für Arbeit Coesfeld als eine von zwei Teilnehmern des Pilotprojekts bereits vor der Corona-Krise ein neues Lernzentrum in der dritten Etage des Agentur-Gebäudes in Coesfeld eingerichtet. In verschiedenen Funktionsräumen können die Beschäftigten und Teams allein, gemeinsam und digital vernetzt lernen. Jeder Raum hat eine spezifische Ausstattung und Atmosphäre, die auch die verschiedenen Lerntypen berücksichtigt. „Manche lernen lieber in nüchternen Räumen mit möglichst wenig Ablenkungen, andere brauchen Kreativräume und Platz und wieder andere lernen mit viel Licht oder im Freien am besten“, erklärt Meiners. Dementsprechend sind die Räume und zum Teil dazugehörige Dachgärten auf vier verschiedene Arten ausgestattet:

  1.  Multifunktionsraum mit IT- und Lernplätzen im Innen- und Außenbereich
  2.  Kreativraum mit Schreib- und Dokumentationsflächen als Lerninsel ohne EDV
  3.  Rechercheraum mit EDV-Arbeitsplätzen
  4.  Konferenz-Raum mit Skype Tower All-In-One-Conferencing System, Beamer und mobilem Arbeitsplatz

„Mit Hilfe dieses Angebots gehen wir aber nicht nur auf die individuellen Lernbedürfnisse unserer Beschäftigten ein, sondern ermöglichen Ihnen auch ein konzentriertes, störungsfreies Lernen außerhalb des Tagesgeschäfts – ohne klingelnde Telefone, Mails und Aufgaben, die dringend abgearbeitet werden sollten“, erklärt Johann Meiners. Ziel ist es, das selbstorganisierte Lernen zu unterstützen sowie das Lernen für das Team und mit dem Team zu fördern. Zum neuen Konzept gehört daher auch, dass sich einzelne Team-Mitglieder bestimmte Lerninhalte aneignen und dann ihr Team schulen. „So sind alle auf dem gleichen Stand, ohne dass sich jeder das Thema einzeln aneignen muss“, erklärt Meiners.

 

Digitaler Lernplatz bietet viele Qualifizierungsmöglichkeiten

 

Ihre Lernziele können die Beschäftigten selbst einschätzen, aber auch in Absprache mit ihrer Führungskraft festgelegen. Jeder Mitarbeiter hat einen digitalen Lernplatz. Dort sind seine Lerneinheiten abgelegt und es ist auch eine Dokumentation des Lernfortschritts zu sehen. So kann jeder jederzeit einsteigen, aufhören oder weitermachen. Möglich sind Blended-Learning-Module, Erklärvideos, digitale Trainings und Kurse sowie kollaborative Lernmöglichkeiten in Blogs oder Foren. Für jede Lerneinheit gibt es eine kurze Beschreibung inklusive Zeitfaktor.

 

Grundsätzlich steht allen Beschäftigten der Agentur für Arbeit pro Jahr drei Tage Qualifizierungszeit zur Verfügung. Sie kann auch genutzt werden, um in anderen Fachabteilungen zu hospitieren oder in Betrieben den Alltag spezieller Berufe kennen zu lernen. Die Selbstverantwortung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Weiterentwicklung der eigenen fachlichen Kompetenzen steht hier im Blickpunkt.

 

Unterstützung durch Lernbegleiter

 

Um den Beschäftigten die neuen Möglichkeiten des Lernens nahezubringen, gibt es zudem zwei Lernbegleiter sowie Kollegen mit fachlichem Bezug, die unterstützen können. „Sie waren vor allem im ersten Lockdown eine große Unterstützung als sich viele Beschäftigte innerhalb kürzester Zeit mit nicht immer gewohnten Lernformen in neue Themenbereiche einarbeiten mussten“, sagt Meiners rückblickend. „Durch sie und die Notwendigkeit des digitalen, selbstgesteuerten Lernens ist die Akzeptanz dieser Form der Weiterbildung nicht nur viel größer, sondern auch selbstverständlicher geworden. Die Beschäftigten sind jetzt geübt mit den Methoden und Möglichkeiten - und schätzen sie sehr.“

 

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Text: Sabrina Becker | Fotos: Agentur für Arbeit Coesfeld