Stadt Dülmen


Offene Kommunikationskulturen und flache Hierarchien

Ob technologischer Fortschritt, fehlender Fachkräftenachwuchs oder demografischer Wandel - die moderne Arbeitswelt befindet sich mitten in einem rasanten Umbruchprozess. Nicht nur Wirtschaftsunternehmen müssen sich diesen Veränderungen anpassen, auch die Städte und Kommunen sind gefordert. Die Stadtverwaltung Dülmen hat sich dieser Herausforderung längst gestellt.

 

Frischer Wind im Wettbewerb um die Fachkräfte

 

Am Marktplatz im Herzen der Stadt leuchtet das Rathaus mit seiner roten Klinkerfassade. Durch die Flure des altehrwürdigen Gebäudes pustet jedoch nun ein frischer Wind. Die Stadtverwaltung Dülmen hat die Zeichen der Zeit erkannt: Im Wettbewerb um Fachkräfte spielen Familienfreundlichkeit, Kommunikation und vor allem eine moderne Führungskultur eine entscheidende Rolle. Jedes Unternehmen kann nur so gut sein wie die Führungsspitze, die ihm voransteht.

 

2015 hatte Bürgermeisterin Lisa Stremlau den Startschuss gegeben, so dass die Weiterentwicklung der klassischen Stadtverwaltung hin zu einem modernen Arbeitgeber als prioritäre Maßnahme angegangen werden konnte. Von der unteren bis zur höchsten Ebene ist Führungskultur das zentrale Thema. Eine paritätisch besetzte Arbeitsgruppe erarbeitete eine neue Führungsphilosophie und darauf aufbauend ein Kompetenzpapier, dessen wesentlicher Kern die gemeinsamen Absprachen über die Führung in den Fachbereichen und Abteilungen sind.

 

Absprache und Information zwischen allen Ebenen

 

„Unser Ziel ist es, auf der Grundlage der neuen Führungsphilosophie eine neue Kommunikationskultur zu schaffen und die hierarchischen Ebenen miteinander über ihr Führungsverhalten ins Gespräch zu bringen", erläutert Bürgermeisterin Lisa Stremlau.

Die verschiedenen Ebenen sind verpflichtet, sich gegenseitig zu informieren, gemeinsame Absprachen zum Führungsverhalten und zur Kompetenzabgrenzung zu treffen und diese Kontrakte anschließend zu dokumentieren.

 

Volker Dieminger, Leiter des Fachbereichs Zentrale Dienste, ergänzt: „Jeder Fachbereich ist anders gestrickt und wir möchten, dass in jedem Fachbereich genau die Dinge miteinander zielgerichtet vereinbart werden, die zur effizienten Führung in diesem Bereich erforderlich sind.“ Auf diese Weise wird der interne Informationsfluss und vor allem das gemeinsame Verständnis zur Führungskultur verbessert. Das wiederum sorgt für Transparenz. Weitere positive Effekte: Das Wissen und die Erfahrung unterschiedlicher Mitarbeiter werden besser genutzt und integriert, die Kreativität im Haus wird gesteigert.

 

Nachwuchsförderung ist ein Schwerpunkt

 

Am Herzen liegt Bürgermeisterin Lisa Stremlau gemeinsam mit Volker Dieminger besonders auch die Nachwuchsförderung. Genau wie in einem Wirtschaftsunternehmen hängen Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand einer Kommune maßgeblich von gut ausgebildeten Mitarbeitern ab. Die demografische Situation verschärft jedoch den Mangel an motivierten Nachwuchskräften. Gerade für junge Leute müsse man deshalb einen Arbeitsplatz in der Verwaltung umso attraktiver gestalten, meint Dieminger und ergänzt: „Wir sind hier bereits sehr gut aufgestellt. Davon können sich Interessierte auch anhand unseres Imagefilms einen ersten Eindruck verschaffen.“

 

So nimmt der potenzielle Führungsnachwuchs zum Beispiel an mehrjährigen Qualifizierungsprogrammen teil. Absolventen eines dualen Studiums können nach dem Bachelorabschluss bei einem weiteren Studium zum Master durch Zeitgutschriften unterstützt werden. Auch finanzielle Unterstützungen bei berufsfördernden Weiterbildungskursen sind denkbar. Die ohnehin exzellenten Aufstiegschancen werden mit diesen Maßnahmen noch weiter erhöht.

 

Gezielte Weiterbildung ab der mittleren Führungsebene

 

Auch die mittlere Führungsebene, die Fachbereichsleitungen und sogar der Verwaltungsvorstand selbst werden gezielt weiterqualifiziert. Gleichzeitig entwickelt eine Projektgruppe aus Führungsnachwuchskräften in Zusammenarbeit mit der paritätisch besetzten Arbeitsgruppe „Führung“ einen der wichtigsten Bausteine, quasi die „Krönung“ des Konzepts: das Führungskräftefeedback. Diese Projektaufgabe, die aus einem eigenständigen Bestandteil des Qualifizierungsprogramms hervorgegangen ist, soll als Ergebnis nicht die herkömmliche Vorgesetztenbeurteilung darstellen. Vielmehr ist ein gewünschtes und eingefordertes Feedback durch die Mitarbeiter das Ziel, um so das eigene Führungsverhalten in einem Abgleich zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung zu reflektieren. Bei Veränderungsbedarf können Angebote zur Weiterbildung oder zum Coaching in den betreffenden Bereichen in Anspruch genommen werden.

 

Selbstverständlich profitieren alle Mitarbeiter(innen) von den geplanten oder bereits eingeführten Maßnahmen. So ergeben flexible Arbeitszeiten in Verbindung mit der Möglichkeit zur alternierenden Telearbeit die unterschiedlichsten Arbeitszeitmodelle. Es gibt Angebote zur Kinderbetreuung, für Auszeiten oder Sabbaticals. Und während der frische Wind in der Stadtverwaltung für ein gutes Arbeitsklima sorgt, trägt der moderne Fuhrpark unter anderem mit Dienstfahrrädern, einem Elektro-Smart und künftig E-Bikes zum Umweltschutz bei.

 

Beispielhafte Veränderungen für eine moderne Arbeitswelt

 

Alle diese Maßnahmen stehen beispielhaft für die Veränderungen in der modernen Arbeitswelt. So wie Dülmen sich den Herausforderungen stellt, setzt bei immer mehr Arbeitgebern hierzulande dieser Prozess des Umdenkens ein. Volker Dieminger beobachtet von seinem Schreibtisch aus, wie sich der Verwaltungsnachwuchs auf dem Marktplatz trifft, um nach der Arbeit im Rahmen einer teambildenden Maßnahme zu einem gemeinsamen Nachmittag in die Kletterhalle aufzubrechen. Er ist zufrieden, denn er weiß, dass eine neue Führungsphilosophie Gestalt annimmt. Der Anfang ist gemacht.

 

www.duelmen.de

 

Text: MOSAIK MANAGEMENT | Foto pixelio.de